Mittwoch, 6. Juni 2012

Der schwarze Kanal

Seit fast zwei Wochen ist das Teaserplakat zum neuen Bond SKYFALL nun online, und ich möchte meinen neuen Blog mal dazu missbrauchen, dazu ein paar Gedanken zu äußern.


Das positivste Signal, das das Plakat in Richtung Fans sendet, ist wohl die Verwendung der ikonischen Maurice-Binder-Gunbarrel. Nach deren Neu-Definition in Casino Royale und der Positionierung am Ende des Films bei Quantum of Solace ist die Gunbarrel-Sequenz wohl mehr denn je zu einem Symbol für den klassischen Bond geworden, den sich viele Fans zurücksehnen.

Der massive Einsatz von schwarzer Farbe scheint dagegen auf einen ziemlich düsteren Film hinzudeuten. Rein grafisch bietet das Plakat leider nicht viel neues. Ein Bond in gehender oder laufender Pose wurde erstmals auf dem Plakat zu Licence to Kill verwendet (wenn man mal von dem - physikalisch sehr abenteuerlich - am Kraterrand marschierenden Bond auf einem Plakat zu You Only Live Twice absieht). Obwohl das entsprechende Plakat nicht gerade zu den besten zählt und den eher unrühmlichen Übergang zur Verwendung von ausgeschnittenen Fotoelementen markiert, war es durch den erstmaligen Einsatz einer dynamischen Bondpose im Gegensatz zu den sehr statischen davor durchaus innovativ. Auch durch die offene Fliege bzw. dem fehlenden Smoking.

Bond on the run
Der Pistolenlauf an sich wurde ebenfalls in der Dalton-Ära für The Living Daylights als Hauptmotiv verwendet. Insofern könnte man das SKYFALL-Teaser-Poster als zweifache Referenz an die Dalton-Ära verstehen. Eine dritte käme sogar noch hinzu, wenn man sich durch die Kanal-Optik an Der Dritte Mann erinnert fühlt. Regisseur John Glen, der seine Filmkarriere als Schnittassistenz bei eben jenem britischen Noir-Klassiker begann, bereicherte die Wien-Szenen von The Living Daylights um die eine oder andere Referenz an selbigen. Wenn man bedenkt, dass The Living Daylights noch vor Die Another Day und SKYFALL der erste zelebrierte Jubiläumsbond mit diversen Zitaten der Bondgeschichte war, schließt sich der Kreis.

Inwieweit die Pistolenlauf-als-Tunnel-Optik entsprechende Schlüsselszenen im Film visualisiert, darüber darf noch wild spekuliert werden. Immerhin gibt es eine offenbar sehr spektakuläre Actionszene in der Londoner Tube. Vielleicht geht Bond auch nur metaphorisch weiter in die dunklen Gefilde seines Unterbewusstseins; ein Weg, der auf den Stufen des Casino Royale begann und über die Wüste von Quantum of Solace führte...

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